Story of my Life #2 Thema: Die Geburt Teil 1

Story of my Life #2 Thema: Die Geburt Teil 1

15. Januar 2019 0 Von YvJu

Durch meine Nierenbeckenentzündungen, musste ich im Krankenhaus bleiben. Dort stand ich unter Beobachtung und bekam Antibiotikum. Mein damaliger Freud (ich nenne ihn in den folgenden Beiträgen einfach mein Ex) kam mich zwar besuchen, blieb aber, wenn überhaupt, nur ungefähr eine Stunde bei mir. Er musste ja zu Mutti und dann wollte er noch an der Playstation zocken. Ganz toll… Ich war froh, dass ich Besuch von meiner Mum bekam und so nicht den ganzen Tag alleine war. Während ich schwanger im Krankenhaus lag, spielte er an der Playstation, fuhr mit Freunden weg, verlieh unser Geld und hatte am Tag kaum Zeit für mich. Das bemerkten auch die Ärzte und das Pflegepersonal. 

 

 

Ich fühlte mich verarscht…

Ich fühlte mich traurig, einsam und ehrlich gesagt sogar verarscht. Man hat mir meine Enttäuschung wohl angesehen und sein Verhalten hinterließ kein gutes Bild bei meiner Ärztin. Sie fragte mich sogar, warum ich mit ihm zusammen bleiben würde. Ich würde das auch ohne ihn schaffen. Tja, ich war ziemlich dumm und naiv. Ich hätte damals auf sie hören sollen. Das Geld, was er an andere verliehen hat, war natürlich weg. Auf nimmer wiedersehen. Es war schon interessant, dass ihm spielen, die Kumpel und sein alltäglicher Besuch bei der Mutti wichtiger war, als Zeit mit mir zu verbringen. Aufräumen oder so konnte er auch nicht und hat somit seine Mutter zum Aufräumen in unsere gemeinsame Wohnung gelassen, während ich im Krankenhaus war und davon nichts wusste. Im nachhinein war ich sogar sauer, weil ich nicht wollte, dass sie in meinen bzw. unseren privaten Dingen rumschnüffelt. Vielleicht hätten sich andere Frauen gefreut, dass die Mutter des Ex Freundes aufräumt. Aber ich bin nicht „andere Frauen“ sondern ich.

 

Die Geburt…

Am Abend vorher waren wir noch zur Vorsorgeuntersuchung, da mir der bekannte Pfropfen abging und ich mich tierisch erschrak. Ein CTG wurde geschrieben und alles war gut. Da der Geburtstermin kurz bevor stand, sollte ich am nächsten Tag wieder kommen. Der Art sagte mir dann, dass es noch etwas dauern könnte. Die Hebamme meinte, ich solle keine schwere Nahrung mehr zu mir nehmen und mich bereit halten. So ganz wahrhaben wollte und konnte ich es nicht wirklich. Ich war 22 Jahre alt und eigentlich wollte ich doch nie in meinem Leben Kinder haben… Aber okay. Drin bleiben geht ja nicht, oder?

Am Nachmittag haben wir etwas fern geschaut. Es kam „Enemy – Mein geliebter Feind“. Tja, als bei dem Alien die Wehen einsetzten, setzten auch meine Wehen ein. Ich hatte schreckliche Schmerzen und rief meine Mum an. Ich fragte, was das sein kann und was ich machen muss. Sie sagte zu mir, dass wir uns auf den Weg ins Krankenhaus machen sollten. Ich bat sie darum, auch zu kommen denn ich hatte tierische Angst und wollte das alles gar nicht mehr. Natürlich kam sie dann auch.

 

Wie war die Geburt für mich?

An einiges kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich weiß nur, dass ich erst in einem recht hübschen Zimmer lag und das Schloss sehen konnte. Es war Christi Himmelfahrt – Vatertag. Und in der Stadt war Frühlingsfest. Ich dachte daran, dass es jetzt bestimmt schöner wäre, dort auf dem Frühlingsfest zu sein, als hier im Bett unter diesen schrecklichen Schmerzen.

Ich wurde ständig untersucht. Wie weit der Muttermund ist, wie das CTG ist etc. Der Arzt war noch nicht da – es war ja auch ein Feiertag. Ich habe meinen Ex damals tierisch angeschrien und ihm die Hand fast zerdrückt. Meine Mum kam und konnte mich etwas beruhigen. Aber wirklich nur etwas. ich hatte noch nie in meinem Leben so schreckliche Schmerzen. Und denk ja nicht, dass das Gerede von wegen „Man vergisst die Schmerzen wenn das Baby in deinen Armen liegt“ wäre wahr. Die Schmerzen vergesse ich nie mehr in meinem Leben. Ich hielt es nicht mehr aus und wollte eine PDA. Doch der Arzt war noch immer nicht da. Also bekam ich entkrampfendes Schmerzmittel gespritzt in eine Stelle, die Du gar nicht wissen möchtest und kam in ein anderes Zimmer. Da es langsam anfing zu drücken, presste ich ab und an schon, was ich aber nicht durfte. Naja und dann passierte mir ein Missgeschick, für das ich gerne im Boden versunken wäre. Aber als Frau ist man in solchen Situationen absolut ausgeliefert. Übrigens – mein Vater hat mich vor dem Kreißsaal schreien hören.

 

 

Der Storch wäre mir lieber gewesen…

Der Storch wäre mir wirklich lieber gewesen. Die Schmerzen waren extrem heftig und im Nachhinein hat mich die Geburt tatsächlich etwas traumatisiert. Warum und wieso, wie die Geburt dann war und wie ich mich gefühlt habe, erzähle ich dann im nächsten Teil.

 

Deine Yvonne