Story of my Life #1 Thema: Meine frühe Schwangerschaft

Story of my Life #1 Thema: Meine frühe Schwangerschaft

11. Januar 2019 0 Von YvJu

Ich habe viele Geschichten zu erzählen. Da mich gerade eine Geschichte wieder sehr beschäftigt, werde ich heute einmal davon erzählen. Und zwar geht es darum, dass ich mit 21 Jahren schwanger wurde. Mein damaliger Freund und Vater meiner Tochter wurde erst einmal nach der Nachricht ohnmächtig. Obwohl es ihm eigentlich hätte klar sein müssen, dass sowas passieren kann. Vor allem, wenn er mich damit erpresst hat „Wenn Du nicht willst, fährst Du eben wieder Heim!“ …und ich wollte nicht heim. Verhütet habe ich auch nicht, was er aber wusste. Als ich mich nicht wohl fühlte, bin ich mit einer lieben Kollegin, die mich begleitete, zum Frauenarzt.  

Sie sind schwanger… und was machen wir jetzt?

Der Frauenarzt untersuchte mich und ich musste danach ins Wartezimmer. Als ich wieder rein gerufen wurde, nahm ich meine Kollegin mit, da ich irgendwie schon dachte, dass da was nicht stimmt. „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger. Und was machen wir jetzt?“ kam vom Arzt. Ich würde wohl ziemlich bleich und war geschockt von seiner Frage. Ich fragte ihn dann sofort, wie er das denn meinen würde und dass er ja wohl wissen müsste, was nun gemacht werden muss. Damit meinte ich natürlich Untersuchungen etc. Er meinte damit allerdings etwas anderes.

Behalten oder nicht?

Er meinte mit der Frage, ob ich mein Baby behalten möchte oder nicht. Nun, da war es noch kein Baby, sondern nur ein kleiner Punkt aber ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, dass ich meine Erbse nicht behalten werde. Für mich war ab dem Zeitpunkt klar, dass sich mein Leben nun drastisch ändern wird. Allerdings gab es Menschen, die das anders gesehen haben.

Die Meinung anderer…

Meine Familie stand ab dem Zeitpunkt zu dem sie wussten was los ist, absolut hinter mir. Mein Freund hatte sich nach seinem Ohnmachtsanfall wieder gefangen und dann sagten wir es seinen Eltern. Seine Mutter war extrem entsetzt und sagte mir, ich solle die Pille danach nehmen. Habe Ihr dann erklärt, dass das nicht mehr geht, da ich ja nun schwanger wäre. Aber es würde doch was geben, damit ich das nicht mehr wäre. Somit kannte ich ihren Standpunkt. Als ich bei meinem Freund schlief und er sich am nächsten Morgen mit seinem Vater unterhalten hat, hörte ich wie dieser zu meinem Freund sagte: „Die hat sich eh nur wegen dem Geld schwängern lassen…“ Ähm ja, schon klar. Wegen welchem Geld? Wegen des Gehaltes, was mein Ex damals als Lagerarbeiter verdiente? Sicher! Der Standpunkt seiner Eltern war somit klar.

 

 

Ich stehe trotzdem zu meiner Erbse…

Vom ersten Augenblick an stand ich direkt zu meiner Erbse. Ich habe aufgehört zu rauchen und auf mich bzw. meine Lebensweise geachtet. Ich habe mit meinem damaligen Freund geredet und wir haben und zusammen eine Wohnung genommen. Ich habe mit meiner Erbse geredet und ich habe mit meiner Mama über Kindernamen geredet. Ich bin zu jeder Untersuchung gegangen und ja, ich habe auch in Kauf genommen, dass ich mich einmal tierisch übergeben musste. Manche müssen das oft und ich musste es ein bis zwei Tage fast durchgehend. Was es natürlich auch nicht wirklich besser (oder schlechter) macht.

Trotz meines Wahns, schlank sein zu wollen, habe ich zugenommen und habe gerne alles mitgemacht, was werdende Mütter eben mitmachen. Nur die Geburt war für mich ein Trauma. Und was für eins… Danach wollte ich nie wieder Kinder und nein, man vergisst den Schmerz nicht. Das ist einfach nur eine Floskel mancher Mütter. Lass es Dir gesagt sein, es tut verdammt weh! Kein Wunder, wenn eine Melone durch eine Zitrone gepresst wird, oder?

Die Schwangerschaft selbst…

Schwanger sein bedeutet nicht, dass man krank ist oder nichts mehr tun darf. Ich war mitten in meiner zweiten Ausbildung und da ich in einer Radiologie arbeitete, wurde ich ins Schreibbüro und an die Anmeldung versetzt, damit ja kein Risiko eingegangen wird. In der Berufsschule wurde ich ziemlich verhätschelt, was ich ab und an wirklich zu meinem Vorteil ausgenutzt habe.

Ich hatte eine recht unkomplizierte Schwangerschaft. Okay, ich lag zweimal wegen einer Nierenbeckenentzündung im Krankenhaus, hatte einmal leichte Blutungen und hatte starke Senkwehen aber ich glaube, dass ich trotzdem sagen kann, dass die Schwangerschaft sehr unkompliziert war. Da ich seit meinem 17. Lebensjahr unter Angst- und Panikattacken leide, fühlte ich mich auch was das betrifft, wirklich gut. Meiner Psyche ging es während der Schwangerschaft sehr gut.

Meine Familie kümmerte sich wirklich gut um mich und ich bin heute noch so froh, dass sie mir bisher immer zur Seite standen und auch noch stehen. Denn das konnte ich über meinen Ex und dessen Familie nicht behaupten. Ohne meine Familie hätte ich es nicht geschafft, wie ich es geschafft habe.

 

Im nächsten Teil schreibe ich über die Geburt, wie mein Ex sich verhalten hat, während ich im Krankenhaus lag und wie seine Familie in manchen Dingen reagierte…

 

Deine Yvonne