Story of my Life #2 Thema: Die Geburt Teil 2

Story of my Life #2 Thema: Die Geburt Teil 2

5. Februar 2019 0 Von YvJu

Nun geht es weiter… Manchmal muss man Texte selbst noch einmal sacken lassen, bevor man weiter schreiben kann. Und das war bei mir der Fall. Denn für mich war die Geburt wirklich etwas sehr traumatisches und aus dem Grund ist meine Tochter auch ein Einzelkind geblieben. Ich bekomme auch heute noch einen leichten Anflug von Panik, wenn ich im Fernsehen eine Geburt sehe. Ja, ich gebe es zu, ich schalte dann sogar um weil ich es nicht ertragen kann. Stehen geblieben bin ich, als mir das entkrampfende Mittel gespritzt wurde… Eine PDA bekam ich nicht, da der Arzt sich wirklich Zeit lies. Und als er dann da war, hätte diese mir nichts mehr gebracht. 

Die Geburt Teil 2

Ich wurde auch von einem recht „schönen Zimmer“ in ein ziemlich kaltes Zimmer gebracht. Dort ging es dann richtig los. Die Wehen wurden immer schlimmer und ich dachte, ich müsse sterben. Denkt das eigentlich jede Frau? Hmm… Ich habe den Vater meiner Tochter angeschrien und meine Mama hat versucht, mich zu beruhigen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer und ich durfte dann irgendwann endlich pressen.

Allerdings hielt meine Freude darüber nicht lange an, denn es war noch anstrengender, als die Schmerzen alleine. Ich konnte irgendwann nicht mehr und hörte einfach auf. Die Hebamme sprach mir gut zu, der Arzt motzte mich an und meine Mama hat mir dann am Ende auch gut zureden wollen. Aber da ich ein sturer Mensch sein kann, wollte ich wirklich nicht mehr…

Der Arzt beugte sich auf meinen Bauch, um das Baby runter zu schieben. Als das alles nicht wirklich geholfen hat, kam er mit der Saugglocke an. So wurde uns dann doch recht gut geholfen. ich jedoch riss von vorne bis hinten auf. Du kannst Dir vielleicht denken, was ich damit meine. Als meine Kleine auf der Welt war, bekam sie erst etwas Sauerstoff und wurde dann fertig gemacht. In der hatte ich meine Nachwehen, die Nachgeburt und wurde genäht. Ich war fix und fertig…

Herzlichen Glückwunsch – Es ist ein Mädchen

 

Kurz drauf kam ich mit meiner Kleinen in mein Zimmer. Ich konnte endlich mal durchatmen und meine Mama sagte, dass sie die Kleine Familie nun alleine lassen wird, damit wir uns alle kennen lernen können. Ich war traurig aber konnte es verstehen. Mein Ex war vielleicht eine Stunde länger als meine Mama da. Zocken war ihm dann wieder wichtiger. Was für ein Tag.

Selbst in den nächsten Tagen kam er immer nur kurz vorbei. Als ich dann im Krankenhaus Panikattacken bekam und wirklich nach Hause wollte, durfte ich gehen. Aber anstatt dass ich mich um mich und mein Kind kümmern kann, hatte ich seine Eltern in der Wohnung. Ich kam an, meine Kleine hat geweint und musste gewickelt werden und ich war am Ende meiner Nerven. Da ich mein Kind gestillt habe, lief die Milch während sie schrie in Strömen und die Eltern meines Ex, die mein Kind ja eigentlich gar nicht haben wollten, haben ein Theater abgehalten, für das sie eigentlich einen Oscar verdient hätten. Ich fing an zu heulen, weil ich von oben bis unten voll mit Milch und absolut überfordert war und wollte, dass sie gehen. Irgendwann waren sie dann auch weg und ich konnte mich endlich um meine Tochter und um mich selbst kümmern.

 

 

Die erste Zeit nach der Geburt…

Die erste Zeit nach der Geburt war für mich sehr hart. ich war auch oft ziemlich überfordert und bin meinen Eltern unsagbar dankbar, dass meine Eltern mich unterstützt haben. Auf meinen Ex konnte ich ja nicht wirklich zählen. Meine Eltern haben uns auch angeboten, in die leere Wohnung im Haus zu ziehen. Das gab natürlich zig Diskussionen, weil mein Ex wirklich wahnsinnig am Rockzipfel seiner Mama hing. Er ist auch nach der Arbeit immer erst zu ihr gefahren, statt zu uns… Aber wir sind dann auch umgezogen denn das Geld wurde doch knapp. Und außerdem hat meine Mama uns sehr unterstützt. Meinem Ex war Tv, Zocken, sein Bike und seine Freunde wichtiger und mit den Jahren ist es ab und an ziemlich eskaliert. Als er nicht mit mir und meiner Kleinen ins Krankenhaus fahre wollte, obwohl es ihr sehr schlecht ging, er lieber Zocken wollte und meine Eltern mit uns gefahren sind, wurde ich langsam wach. Und als meine Tochter ein schönes Bild malte und ihn beim Zocken „gestört“ hat und sie dafür von ihm eine gefangen hat, habe ich ihn raus geworfen.

Die Zeit nach dem Rauswurf

Mein Ex hatte sehr schnell eine neue Freundin, die er mit mir betrogen hat. Ich habe ihm nie den Kontakt zu dem Kind verboten. Er kam auch zu mir aber nicht wegen dem Kind. Ich habe auch versucht, mit seiner Mutter zu sprechen, die auch mit ihm reden wollte. Habe ihr auch gesagt, dass sie ebenfalls immer die Kleine besuchen kommen kann. Es gab nur eine Person, die sich bis zur Kommunion regelmäßig gemeldet hat – seine Oma väterlicherseits. Den Rest hat es nicht interessiert, was das Kind gemacht hat. Es kamen vielleicht alle Jahre mal eine Karte… Und der Höhepunkt war, als eine per Einschreiben kam. Als ob ich die Karte vorenthalten würde. Mit den Jahren hat mein Ex immer wieder versucht, mich schlecht zu machen, mir alleine alle Fehler anzuhängen, die wir gemacht haben. Ich war so blöd und dachte immer, dass man ja Kontakt aufnehmen kann – für das Kind. Aber immer dann gab es wieder einen Brief vom Anwalt. Später hat er die Kleine so beeinflusst, dass sie hier seltsam wurde. Und jetzt ist sie 18 Jahre alt… Erwachsen, aus dem Gröbsten raus. Unterhalt hat er auch nur die ersten Jahre regelmäßig gezahlt, bis er angeblich psychisch krank wurde und nicht arbeiten gehen konnte. Aber Downhill, Urlaub, etc. war immer möglich.  Komischerweise hörte das auf, als meine Tochter 17 Jahre alt wurde. In dem Jahr konnte er wieder arbeiten, hat geheiratet und zahlte weniger als die Hälfte an Unterhalt für 8 Monate. Sehr edel… Meine Tochter macht aktuell eine Ausbildung. Dort „besucht“ er sie manchmal mit Frau und Hund und erzählt ihr Dinge, die echt unfassbar sind. Zu Weihnachten bekam sie von seinen Eltern etwas Geld, von ihm eine Tafel Schokolade und von seiner Frau Kerzen, da sie nebenbei Partylite macht. Wow – wahnsinnig großzügig. Aber da lachen wir alle mal drüber. Auch über das Verhalten seiner Mutter, die ein WhatsApp Profilbild hat, wie eine 17 jährige – ein Snapchat Bild mit Blumenkranz auf dem Kopf… Sie hätte meine Tochter so vermisst… Bla Bla Bla… Aber gut, dass selbst meine Tochter mittlerweile erkannt hat, dass ihr Erzeuger lügt und alle drum herum einfach nur lächerlich sind. Sie kann schließlich selbst nachdenken und 1 und 1 zusammen zählen.

Erwachsen werden ist alles andere als leicht…

Ich habe mir damals auch alles ganz anders vorgestellt, als es dann gekommen ist. Verliebt sein, Kinder bekommen, heiraten und glücklich sein. Am Arsch!  – Sorry –

Aber das ist wirklich nur ein Wunschdenken. Das Leben stellt einen immer wieder auf die Probe. Das Leben ist eine wahnsinnige Herausforderung. Das Leben ist kein Groschenroman. Stell Dir das Leben niemals so vor, wie es im Fernsehen gezeigt oder in Romanen geschrieben wird. Auch, wenn Du deinen Traummann an Deiner Seite haben wirst – es kommt immer mal Ärger und Stress dazu, Trennungen, Schmerz und Trauer. Darüber könnte ich, wie viele andere auch, einen Roman schreiben. Kinder bekommen ist nicht schön. Kinder zu haben ist okay und ja, es gibt auch wirklich schöne Zeiten. Ich bin stolz auf meine Tochter und ich liebe sie von ganzem Herzen aber jetzt mal ganz ehrlich – man macht sich sein Leben lang Sorgen um die Kinder.

Man hat Probleme und auch das ist alles andere als heikler Sonnenschein. Ich bin wirklich froh, dass ich sie habe. Nicht falsch verstehen… Aber könnte ich die Zeit zurück drehen, hätte ich die Beziehung damals schon beendet, als er mich vor die Wahl stellte – Sex oder heim fahren. Ich hätte meinem Kind wirklich eine schönere Kindheit gewünscht mit einem anständigen Vater und anständigen Großeltern väterlicherseits. Dafür hatte sie aber eine wahnsinnig tolle Kindheit mit meiner Familie, die ihr wirklich alles bieten konnte, was man sich als Kind nur wünschen kann. Und das konnte man ihr ansehen, oder?

 

 

Das Leben ist eine fucking Bitch!!!

Mit der Zeit lernt man, mit dieser irgendwie umzugehen und man sucht sich schöne Dinge heraus aber ist es nicht so, dass wirklich jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringt? Es passieren schlimme Dinge, man hat manchmal das Gefühl, diesen Dingen nicht mehr Stand halten zu können aber es muss ja irgendwie weiter gehen. Und ich habe nun gelernt, wie ich am besten damit umgehen kann. Auch, wenn es weiterhin schwer und wirklich verdammt hart ist.

 

Dazu schreibe ich gerne demnächst etwas mehr…

 

Deine Yvonne